Was ist Cancer Survivorship?
Liebe Patientinnen und Patienten,
Das nachfolgende Angebot richtet sich an Sie als Langzeitüberlebende (engl. Cancer Survivors) nach einer Krebserkrankung. Der Begriff „Cancer Survivorship“ umschreibt den fließenden Übergang von der Krebserkrankung und der damit verbunden Akutbehandlung in die Phase des Langzeitüberlebens (Bergelt et al. 2022 ). Eine allgemein anerkannte Definition für das „Cancer Survivorship“ gibt es bislang noch nicht.
Häufig wird in der Medizin von Langzeitüberlebenden gesprochen, wenn die Erstdiagnose der Krebserkrankung länger als 5 Jahre zurückliegt (Bergelt et al. 2022). Nach epidemiologischen Schätzungen ging man bereits 2019 davon aus, dass in Deutschland mehr als 3 Mio. Menschen zu der Gruppe der Langzeitüberlebenden zählten. Etwa ein Drittel aller Cancer Survivors befand sich demnach im erwerbsfähigen Alter, 40 % waren 75 Jahre oder älter. Menschen mit Brust- (23 %), Prostata- (15 %) und Darmkrebs (12 %) machten die Hälfte aller prävalenten Krebsfälle in Deutschland aus (Arndt 2019). Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl in der Zwischenzeit weiter zugenommen hat.
Die Arbeitsgruppe „Langzeitüberleben nach Krebs (AG LONKO)“ des Nationalen Krebsplans fasste 2021 die folgenden häufigen Langzeitnebenwirkungen und Spätfolgen von Krebstherapien zusammen
- Herzerkrankungen (Kardiotoxizität)
- Nervenschädigungen (Polyneuropathien)
- Unfruchtbarkeit (Infertilität)
- Erschöpfung/Fatigue
- Depressionen
- Angst vor einem Wiederauftreten (Rezidiv) oder Fortschreiten (Progredienz) der Krebserkrankung
- Wachsende berufliche Probleme
- Finanzielle und soziale Probleme
Viele dieser Langzeitnebenwirkungen und Spätfolgen können bei allen Krebserkrankungen auftreten. Aus diesem Grund können Menschen nach einem z.B. Brust-, Prostata-, Darm - oder Hautkrebs die gleichen Probleme und daraus resultierenden Fragestellungen aufweisen .
Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).
Das Komitee Survivorship der ADO wurde 2023 gegründet, da es bisher noch keine etablierten, auf Hautkrebspatientinnen und Hautkrebspatienten zugeschnittenen Survivorship Programme gibt .
Das Komitee hat sich u.a. die folgenden Ziele gesetzt:
- Aufbau eines Netzwerks unter dermatoonkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzten und auch fachübergreifend zur Verbesserung der Survivorship Versorgung
- Bereitstellung von Informationspaketen zum Thema Survivorship
- Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Survivorship in der Dermatoonkologie
- Intensive Zusammenarbeit mit den Patientenvertreterinnen und Patientenvertretern
Die Arbeitsgruppe „Langzeitüberleben nach Krebs (AG LONKO)“ des Nationalen Krebsplans hatte bereits 2021 u.a. vorgeschlagen, umfassende Survivorship-Programme mit den nachfolgenden Zielsetzungen zu etablieren
- Bessere Vernetzung bereits bestehender Angebote und Versorgungsstrukturen
- Berücksichtigung medizinischer, psychosozialer sowie finanzieller Aspekte
Im Fokus lag dabei die Vernetzung der bereits bestehenden Angebote in der medizinischen Nachsorge, von Rehabilitationskliniken, Selbsthilfeorganisationen und der Krebsberatungsstellen (s . Abb. 1. Konzept der Survivorship Programme, Dt. Krebsgesellschaft e.V.)
Viele dieser Einrichtungen haben einzelne Angebote für Langzeitüberlebende entwickelt. Die meisten dieser Veranstaltungen finden lediglich vor Ort statt, nicht jedoch virtuell. Menschen mit räumlicher Entfernung zu diesen Einrichtungen oder mit körperlichen Beeinträchtigungen bleiben diese Angebote häufig verwehrt.
Bislang gibt es in Deutschland kein einheitliches Konzept, diese virtuellen Angebote für Langzeitüberlebende zusammenzustellen und verfügbar zu machen.